E-learning Kurse für Unternehmen – 5 aktuelle Trends

Eine aktuelle Studie der KfW zum Thema „Digitalkompetenzen im Mittelstand“ belegt den hohen Bedarf der KMU’s in Deutschland an Weiterbildung im Bereich der Digitalkompetenzen. Mehr als 80% der befragten Unternehmen bestätigen einen großen oder sehr großen Bedarf an Digitalkompetenzen.

„Für viele KMU wirken die Kosten und der Mangel an passenden Bildungsangeboten als Weiterbildungshürden.

Die Ausweitung der betrieblichen und individuellen Weiterbildungsaktivitäten würde schon kurzfristig Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit stärken.“, KfW Studie Nr. 346, 16. September 2021

E-learning Kurse für Unternehmen können ein wichtiger Baustein für innerbetriebliche Weiterbildungskonzepte sein: Es bedarf insbesondere einer Qualifizierung der eigenen Belegschaft, da Neueinstellungen auf Grund des Mangels an Fachpersonal häufig keine Lösung darstellen und in der Regel deutlich kostenaufwändiger sind als die Qualifizierung der eigenen Belegschaft. Dazu müssen passende Angebote geschaffen werden und die Belegschaft die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen zeigen.

„In diesem Zusammenhang hat die Digitalisierung des Lernens das Potenzial, die Weiterbildungsaktivität in Deutschland kräftig zu steigern. Der grundlegende Vorteil von digitalen Lernformaten wie Onlineseminaren, Lernvideos, adaptiven Lern-Apps usw. ist, dass sie zeit- und ortsunabhängiges Lernen ermöglichen.“, KfW Studie Nr. 346, 16. September 2021

Die Universität St. Gallen hat in einer aktuellen Studie fünf Trends für die Zukunft der Weiterbildung und für e-learning Kurse für Unternehmen identifiziert:

    1. Weniger Präsenz-Veranstaltungen, mehr erweiterte Trainings (Blended Learning) mit online-Komponenten und verkürzten Präsenz-Zeiten
    2. Stärkere Flexibilisierung mit einem höheren Anteil von modularen Bildungsangeboten
    3. Stärkere Personalisierung im Rahmen von längeren Qualifizierungsmaßnahmen
    4. Mehr hybride Lernangebote, insbesondere bei hochpreisigen Angeboten oder in der Führungskräfteentwicklung
    5. Mehr reine Online Angebote als Ergänzung, insbesondere für fachliche Qualifizierungen

Bei der Entscheidung zwischen analogen Präsenzschulungen oder digitalen Lernformaten sollten die methodisch-didaktischen Fragestellungen im Vordergrund stehen.

Methodisch-didaktische Fragestellungen für e-learning Kurse für Unternehmen

Präsenzlernen (oder „analoges Lernen“) bleibt auch in Zukunft weiter wichtig, insbesondere wenn es um die Weiterbildung auf Expertenniveau geht. Allerdings hat Corona die Bedeutung von digitalen Lernmethoden in Unternehmen gezeigt und nachhaltig gestärkt. Die räumliche und zeitliche Flexibilität ist deutlich höher als bei analogen Präsenzveranstaltungen. Inhalte können im „Moment of Need“ vermittelt werden und sind nicht an einen starren Trainingskalender gebunden. Mehrsprachige Lernangebote in der lokalen Sprache der Mitarbeitenden können eigentlich nur mit digitalen Lernformaten umgesetzt werden.

Am Anfang steht die Bedarfsanalyse und die Definition der Lernziele, erst daraus ergibt sich die Wahl des passenden Lernformats. Bei den digitalen Lernformaten muß z.B. zwischen einem reinen e-learning Kurs, virtuellen Klassenräumen und blended learning gewählt werden. Virtuelle Klassenräume ermöglichen es einer Gruppe von Lernenden gemeinsam, aber nicht gleichzeitig („asynchron“) zu lernen, beim blended learning werden z.B. die theoretischen Grundlagen digital vermittelt, während praktische Übungen analog durchgeführt werden.

Erstellung der e-learning Kurse für Unternehmen

Eine „Make or Buy“ Entscheidung steht auch bei der Erstellung von e-learning Kursen für Unternehmen häufig am Anfang. Für standardisierte Themen aus dem Bereich Compliance, Arbeitsplatzsicherheit oder IT-Sicherheit bieten sich Lösungen von externen Anbietern an. Diese sind in der Regel inhaltlich von hoher Qualität, schnell verfügbar und können in der Regel an das Corporate Design angepasst werden.

Für unternehmensspezifische Inhalte wie z.B. die Produktschulungen für den Vertrieb ist sowohl eine interne, als auch eine externe Erstellung möglich. Die externe Erstellung bedarf in der Regel einer intensiven Zusammenarbeit mit der Agentur und mehreren Korrekturschleifen. Aber auch die interne Erstellung im Unternehmen bindet eigene Ressourcen und nicht jede Fachkraft verfügt über didaktische Kenntnisse  zur Erstellung von Lerninhalten. Bei der Umwandlung von vorhandenen Inhalten aus Präsenzschulungen, z.B. aus einer PowerPoint Präsentation, in digitale Lernformate ist in der Regel eine Anpassung nötig. Sollen die Inhalte z.B. auf Smartphones genutzt werden, muß die Schriftgröße  an den kleineren Bildschirm angepasst werden.

Ein positives Lernerlebnis für die Teilnehmenden sollte im Vordergrund stehen. Während analoge Präsenzveranstaltungen bei jedem einzelnen Training durch die Trainerin oder den Trainer neu „produziert“ werden, wird ein digitales Lernformat nur einmalig erstellt. Es lohnt sich also, bei der Erstellung von digitalen Lerninhalten etwas mehr Aufwand einzuplanen. Zu einem positiven Lernerlebnis trägt die didaktisch sinnvolle Darbietung der Inhalte bei, aber auch die Möglichkeit das eigene Lerntempo zu bestimmen, die Nutzerfreundlichkeit der Lernplattform (Learning Management System, LMS) und die Selbstlernkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Unternehmenskultur – Lernkultur

Von zentraler Bedeutung ist der Stellenwert der Weiterbildung  in der Unternehmenskultur.

e-learning Kurse für Unternehmen - Lernkultur

e-learning in Unternehmen: Bedeutung der Unternehmenskultur für erfolgreiche Lernkonzepte (Quelle unbekannt)

Nur wenn den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genügend Zeit und Raum zur Weiterbildung eingeräumt wird, kann ein digitale Lernkonzept in Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden. Führungskräfte müssen durch ihr eigenes Verhalten ein positives Beispiel für eigenverantwortliches und selbständiges Lernen vorleben.