Mehrsprachige Learning-on-demand Konzepte für den internationalen Mittelstand

In den letzten Jahren haben sich viele mittelständische Firmen erfolgreich auf den internationalen Märkten positioniert. Nicht nur in Europa, sondern insbesondere in Wachstumsmärkten wie Brasilien, China und Indien. Die lokalen Niederlassungen sind in der Regel sehr schlank aufgestellt und voll auf das operative Geschäft fokussiert. Für die Qualifizierung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hängen sie vollständig vom Angebot der Unternehmenszentrale ab.

Die Trainingskonzepte sind jedoch in der Regel auf Mitarbeitende ausgerichtet, die vor Ort sind oder mit wenig Aufwand anreisen können. Für die Kollegen in den Wachstumsmärkten trifft dies nicht zu. Häufig wird auf Train-the-Trainer Konzepte zurückgegriffen, nicht immer mit den gewünschten Ergebnissen.

Daneben unterscheiden sich die Anforderungen an ein Trainingskonzept von denen im Heimatmarkt:

  • Eine Facharbeiterausbildung nach deutschem Model ist unbekannt, neue Mitarbeitende müssen zunächst im Unternehmen qualifiziert werden
  • Die Betriebszugehörigkeit ist kürzer, die Mitarbeiterfluktuation ist höher
  • Aufgrund der geringen Größe der Niederlassungen sind viele Rollen nur von einer einzelnen Person abgedeckt, dies führt zu Problemen beim Ausscheiden von Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen sowie beim Einarbeiten von neuen Kollegen.

Daneben stellen sich weitere Herausforderungen: Die Trainingsunterlagen sind häufig nur auf Englisch verfasst. Die Kollegen in der Versandabteilung benötigen für ihre tägliche Arbeit in der lokalen Niederlassung keine Fremdsprachenkenntnisse und verstehen die Trainingsunterlagen nur rudimentär. Fehler in der Auftragserfassung und teure Verzögerungen in der Abwicklung sind die Folge. Ähnliches gilt für die Kolleginnen im direkten Kundenkontakt, sei es im Vertrieb oder im Service: für eine gute Beziehung zu den lokalen Kunden sind keine Englischkenntnisse erforderlich.

Trainingsmodell anpassen

Wie kann ein Trainingsmodell auf diese Anforderungen angepasst werden? Charles Jennings unterscheidet in seinem „find-access“, oder „learning-on-demand“ Modell drei verschiedene Arten von Lerninhalten:

  • Kernkonzepte: rein konzeptionell, ändern sich selten: Müssen verstanden sein
  • Kontextbezogen: Was ist der Prozess? Generelle Struktur sollte verstanden sein, aber keine Details
  • Aufgabenbezogen: ändert sich häufig, kann durch regelmäßige Anwendung verinnerlicht werden, kann bei Bedarf nachgeschaut werden.
grafische darstellung find-access Methode Charles Jennings learning-on-demand
„Find Access“, bzw. Learning-on-Demand nach Charles Jenninngs, charles-jennings.blogspot.com

Insbesondere für die aufgabenbezogenen Inhalte können mehrsprachige e-learnings ein zentrales Element sein, das „Know Where“ in der Learning-on-Demand Strategie von internationalen Unternehmen aufzubauen. Mehrsprachige Erklärvideos erzielen ein besseres Lernergebnis als schriftliche Dokumentationen und können kontextbezogen und auf den Punkt die detaillierten Informationen liefern, die in dieser Situation benötigt werden.

Lokalisierung der Inhalte 

Die Übersetzung der Inhalte in die lokale Sprache ist nur ein Element bei der Lokalisierung. Dazu gehört auch die kritische Bewertung, ob die Zielgruppe in der Niederlassung die gleichen Voraussetzungen erfüllt wie die Kollegen in der Unternehmenszentrale. Im Vertriebsbereich sollte hinterfragt werden, ob die Vertriebsargumente, die für den europäischen Markt gelten, auch genauso für den chinesischen oder indischen Markt gelten. Viele Technologieunternehmen unterschätzen die Unterschiede in der Gewichtung der Kaufkriterien ihrer Kunden in diesen Märkten.

Moderne Technologien nutzen

Wenn es um die Nutzung von Smartphones und Tablets geht, sind die Mitarbeiter außerhalb von Europa den deutschen Mitarbeitern weit voraus. Smartphones gehören zum Alltag, auch zum Beruflichen. Häufig werden, an der zentralen IT vorbei, Apps und cloud-basierte Anwendungen genutzt. Statt diese zu unterbinden, kann die Unternehmenszentrale dies zum Anlass nehmen, moderne Kommunikations- und Trainingstechnologien im gesamten Unternehmen zu nutzen, dann natürlich DSGVO konform. Zu einem Trainingskonzept unter Einbindung von Smartphones und Tablets gehört die Bereitstellung von Inhalten in entsprechenden Formaten.

Vorhandene Inhalte nutzen

Aus Mangel an geeigneten Trainingsunterlagen aus der Unternehmenszentral haben die internationalen Niederlassungen häufig die Initiative ergriffen und ihre eigenen Trainingsinhalte und Konzepte erstellt. Diese mögen nicht in der gleichen Qualität wie die Inhalte aus der Zentrale erstellt worden sein, aber dafür erfüllen sie auf den Punkt die Anforderungen der Kolleginnen und Kollegen vor Ort. In der Regel werden diese Inhalte auch in der lokalen Sprache verfasst sein und erreichen bei den Teilnehmenden somit mehr als globale, englischsprachige Trainings. Diskutiert man diese Inhalte mit anderen internationalen Niederlassungen, hört man in der Regel „So etwas benötigen wir auch, aber in unserer Sprache“.

Inhalte in der lokalen Sprache vermitteln

Auch wenn Englisch die internationale Sprache ist, vermittelt sie Ihren Mitarbeitern nicht das gleiche Vertrauen wie ihre Muttersprache. Komplexe Terminologien werden in der Muttersprache immer besser verstanden. Oder, um es mit Nelson Mandela zu sagen: „Wenn man mit einem Menschen in einer Sprache spricht, die er versteht, geht das an seinen Kopf. Wenn du mit ihm in seiner Sprache sprichst, geht das in sein Herz.“ Trainingsinhalte in der lokalen Sprache anzubieten drückt auch eine besondere Wertschätzung der Kolleginnen aus und unterstützt Sie bei der Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen.

Kleinteilig, aufgabenorientiert

Die meisten Fragestellungen sind eher kleinteilig und benötigen keine umfangreiche Dokumentation. „Wie erstelle ich einen Versandauftrag im ERP“, „In welcher Reihenfolge müssen die Dichtringe bei der Wartung der alten Maschinengeneration gewechselt werden“? Viele Trainingskonzepte aus der Unternehmenszentrale haben den Ehrgeiz, das große Ganze zu erklären und schießen über das Ziel hinaus. Kurze, aufgabenorientierte Einheiten sind deutlich einprägsamer und werden von den Mitarbeitenden besser angenommen. Dazu gehört auch, dass diese Inhalte einfach aufzufinden sind, und zwar unabhängig von Zeit und Ort.

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Fazit

Die Weiterbildung der Kollegen in den internationalen Niederlassungen erfordert einen anderen Ansatz als für die Kollegen in der Unternehmenszentrale. E-learnings, in der Sprache der lokalen Mitarbeiter, können ein herkömmliches Konzept mit Präsenzveranstaltungen sinnvoll ergänzen und ermöglichen einen flexibleren und kostteneffizienten Kompetenzaufbau.

ai-torials hat sich auf die automatische Erstellung von mehrsprachigen e-learnings aus vorhandenen Inhalten im PowerPoint-Format spezialisiert. Mit e-learnings von ai-torials können Sie die Vorteile von learning-on-demand nutzen: zu jeder Zeit, an jedem Ort, in der Sprache der Mitarbeiter – bezahlbar.

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